... April, April… ...
Donnerstag, 19. April 2012, 16:04 Uhr
 

….der macht echt was er will……

Nachdem wir hier mit deutschen meteorologischen Bedingungen zu kämpfen haben :-), sende ich mal ein paar Bilder der letzten Wochen, um Euch auf dem Laufenden Entwicklungsstand zu halten.

Wie immer hoffe ich, dass in Kürze mal ein Längerer Bericht folgt :-)

Wir haben vor ein paar Wochen mit brei angefangen... man muss es ja erst selber erleben, um es zu glauben: der Brei ist echt ÜBERALL!!!! Ob er überhaupt IM Baby landet, ust die Frage... ?

Wir haben vor ein paar Wochen mit Brei angefangen... man muss es ja erst selber erleben, um es zu glauben: der Brei ist wirklich ÜBERALL!!!! Ob er überhaupt IM Baby landet, ist die Frage... ?Vor zwei Wochen im Ski-Urlaub in Chamonix!

Im Ski-Urlaub in Chamonix!

Im Ski-Urlaub in Chamonix!

...kurz darauf am Strand in st Tropez...
…kurz darauf am Strand in St Tropez…

Ein echter Schischke ;-)

Ein echter Schischke ;-)

... …ein neues Jahr… ...
Freitag, 13. Januar 2012, 21:01 Uhr
 

…Weihnachten ist nun auch wieder rum…

Ich wusste gar nicht, daß ein Kleinkind so viele Geschenke bekommen kann… :-) Aber braucht er ja auch alles. Das Kinderzimmer sieht schon fast so aus wie Toys`R´Us, aber wir stopfen fleissig weiter. Das Gute aber ist, das man vorne reinstopft, aber hinten auch wieder entsorgen kann, weil die Sachen ja nur nur eine Aktualität von ca. drei Wochen haben, da Kind dann ja rausgewachsen/ uninteressiert/ vollgesabbert und somit verschlissen ist/hat, und somit Platz für Neues entsteht.

Aber nichtsdestotrotz war es ein schönes Weihnachten: die Familie vereint, kein Schnee, Jenny mit Grippe, und der Kleine hat brav die ganze Bescherung über geschlafen :-)

img_1426Anbei ein paar Bilder, um auf dem aktuellen Wachstumsstand der Dinge zu bleiben, Anton hat ja nun die 5 Kilo Grenze überschritten!

Wir haben gestern klug berechnet, dass man als Erwachsener zwischen 1,8 und 3 Kilo pro Mahlzeit essen müsste, um das Gleiche wie er (in Relation zum Körpergewicht) zu uns zu nehmen, beachtlich.

Schön, zu was einem das Elternsein für spannende Berechnungen und Gedanken antreibt !

Im Nacht-Schlaf-Stunden zählen wird man auch richtig gut. Und im wie-lange-schläft-er-jetzt-wohl-hab-ich-Zeit-unter-die-Dusche-zu-springen rechnen. Und im wie-kann-es-sein-dass-der-Windel-Mülleimer-schon-wieder-voll-ist addieren. Und muss ich den jetzt schon wieder rausbringen?…

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... Schon fast wieder Weihnachten ...
Donnerstag, 08. Dezember 2011, 23:12 Uhr
 

…Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei….

Sooooo schnell geht die Zeit vorüber! Es ist ja wie mit fast allem: man muss es selber erleben, um es wahrzuhaben. Also dass die Zeit mit Baby  noch viel schneller vergeht ist tatsächlich wahr. Einmal umgedreht, und er sagt schon “Mama”! Kleiner Scherz. Aber viel fehlt nicht. Hört sich noch so an wie “aaaaaeiiiiiii—quieeeeetsch”. Aber er meint Mama. Und lacht sich halb schief. Genauso wie bei den Turbulenzen im Flieger. Findet er auch sehr lustig. Ist ja schön, daß sich Ängste nicht übertragen :-)

Anton im Flieger

Anton im Flieger

Der Herbst war ziemlich schön hier bei uns; wir haben die Oliven gesammelt, um unser eigenes Öl pressen zu lassen. Nächstes Jahr brauchen wir ein paar freiwillige Helfer… das Netze ausbreiten, Bäume schütteln, aussortieren und sammeln war dann zu dritt doch etwas anstrengend. Ihr könnt raten, wer die drei waren: Mama, Christophe und ich… Anton hat uns soweit tatkräftig unterstützt, indem er nicht geschrien hat, und Papa hat seinen Teil dazu beigetragen, indem er überwacht hat, dass der Kleine auch nicht schreit.

Fotos davon folgen noch, ich bin ja nicht so begabt mit hochladen, und dann auch noch richtig herum einfügen…

Falls ich mich wieder zwei Monate nicht blicken lasse: eine schöne und geruhsame Weihnachtszeit für Euch, und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

... Anton ist da!!! ...
Samstag, 22. Oktober 2011, 13:10 Uhr
 

…er ist heute genau einen Monat alt!

Hier nur ein paar Bilder (danke Gitti, dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast :-)), die wir in den ersten drei Tagen in der Klinik gemacht haben.

Anton wurde direkt am Meer geboren, auf dem Foto sieht man den Blick aus unserem Zimmer und Anton mit seinem Opa :-)

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Er ist schon sehr brav und gibt uns ruhige Nächte, und jeder Tag ist ein neues Abenteuer!

Ich hoffe, Euch bald mehr berichten zu können, viele liebe Grüße!!!!

Anton an seinem 2. Tag:

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... …warten… ...
Montag, 12. September 2011, 16:09 Uhr
 

Das Warten ist zum Ende hin immer am Längsten, glaube ich…

Ich hatte echt tolle 8 Monate Schwangerschaft! Kaum Beschwerden, reiten bis in den 6. Monat, reisen kein Problem, ich konnte alles essen, ohne dass mir übel wurde, usw. Die letzten zwei Wochen aber, mit dem heißen Wetter hier, dem Bauch der nicht mehr aufhört zu wachsen, habe ich einen kleinen Einblick bekommen, wie sich Frauen fühlen, die eine schwierige Schwangerschaft haben! Ich kann mich im Bett nicht umdrehen, ich kann abends nichts essen, und gehe hungrig zu Bett, ich kann mich nicht mehr richtig bücken, die Gelenke schwellen an, und ich kann nicht aufhören, mich zu beschweren. Daher dachte ich, er kommt früher… Aber vielleicht muss ich mich doch noch bis zum offiziellen Termin, um den 16. rum, gedulden.

Wusstet Ihr, dass auch Barbie schwanger sein kann?

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Das Schlimme ist, wenn man so ans „Nichts-Tun“ gefesselt ist: man langweilt sich zu tode. Mein Haus war noch nie so sauber, ich kann jetzt Sachen backen, davon hätte ich früher nicht mal geträumt (ich backe Madeleines, Cannelés, Cheesecake, süße und herzhafte Aufläufe, belgische Waffeln…) ich denke, ich würde sogar mit dem Bügeln anfangen, wenn ich nur ein Bügeleisen hätte!

Gestern Abend kam Christophe nach Hause, und ich erzählte ihm ganz stolz, ich hätte nun ein Tarot-Spielregelbuch gekauft und schon durchgelesen, da meinte er nur: „ Du Arme, Du langweilst Dich ja tatsächlich zu tode!“

Aber das gibt mir ja nun die Möglichkeit, ein bißchen zu schreiben, und somit von den letzten Jahren zu berichten, in denen viele von euch nichts von mir gehört haben!

Es ist viel passiert! Ich war viel in der Weltgeschichte unterwegs (Süd-Amerika, Nord-Amerika, Canada, Japan und Korea), habe angefangen, mein Haus zu bauen (juchuuu), bin Pferde-Osteo geworden, und habe meinen Entschluß, endgültig nach Frankreich zu ziehen, nie bereut.

Je länger ich nun hier bin, desto mehr fallen mir natürlich Sachen auf, die mir aus Deutschland fehlen, wie z.B. die Bäcker (Brezeln, Semmeln/Brötchen, Körnerbrot mit Kruste), die vielen Sportmöglichkeiten vor der Haustür (hier muß man erst 30 Minuten Autofahrt und dann 30 Minuten Parkplatzsuche auf sich nehmen, um zu einem gescheiten Yoga-Unterricht zu kommen), das gute Bier, die Süßigkeiten, und dass alles günstiger ist.

Allerdings ist es aber auch so, je länger ich hier wohne, desto weniger rege ich mich über diese französischen Bürokratie-Ungeheuerlichkeiten auf, die einen tatsächlich lahm legen könnten. Es ist halt einfach so. Wenn ich bei der Krankenkasse anrufe, 3 Mal verbunden werde, eine Viertelstunde in der Warteschleife hänge, und dann einfach rausfliege. Na ja, dann ruf´ ich halt noch mal an…

Wenn in der Bank meine Unterlagen verschwunden sind, weil ein neuer Mitarbeiter sich vertan hat, und man alles von neuem anfordern und drei Monate warten muß… na ja, was solls, trag ich halt alle lästigen Sachen noch mal zusammen… Das Schöne ist, ALLE kennen hier das gleiche Problem, das heißt, man stößt immer auf Verständnis: im Laden: „ich habe gerade keine Kreditkarte, die Bank hat meine Unterlagen verschlampt, kann ich das anschreiben lassen?“ Antwort: „Kein Problem, das ist mir auch schon passiert, kommen Sie einfach vorbei, wenn Sie wieder eine haben“. Man fühlt sich hier wenigstens mit solchen Problemen nicht allein.

So, die nächsten Tage stelle ich auch ein paar Fotos auf den Blog, nun gehe ich wieder an den Ofen, ich muß heute Flan probieren, und mich mit der Versicherung ärgern - aber das fällt mir ja jetzt leichter :-)

... …es geht weiter… ...
Donnerstag, 08. September 2011, 10:09 Uhr
 

…so Ihr Lieben, wer hätte das gedacht?

Schon zum dritten Mal bekomme ich eine Anfrage, ob ich meine Domain verkaufe. Ich weiß, ich schreibe seit gut drei Jahren nichts mehr, aber ist es nicht wie mit alten Klamotten, Bildern, Möbeln… irgendwie will man doch nicht ganz ausmisten. Bin ich ein messi? Ich wollte ihn nicht aufgeben, man weiß ja nie!

Es sind doch die ganzen aufregenden Anfangszeiten meines neuen Lebens in Frankreich drin, Siggi und Jemma sind auch noch dabei, das kann ich doch nicht einfach abgeben!

Und die Person die angefragt hat, wird sich jetzt in den Hintern beißen, weil sie denken wird, dadurch, dass sie schon wieder fragt, bringt sie mich zum schreiben… Ich alte Hexe!

Aber nun zu allem Neuem!

Ich habe nach dreieinhalb Jahren Physiopraxis aufgehört in Opio zu arbeiten. Aus zwei Gründen: zu viele Reisen kombiniert mit sehr langen Praxistagen, dh es waren zwei Jahre lang 7-Tage Wochen, und jetzt…. Nachwuchs! Die meisten von Euch wissen das ja schon :-) Und der kleine Mann kommt in den nächsten Tagen. Ein paar Monate habe ich ein bisschen zuhause Patienten betreut, aber jetzt ist erst mal Schluß. Ich arbeite viel im Büro, weil die Firma schön läuft, und sitzen ist auch gar nicht anstrengend J.

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Nachdem Jemma im Dezember gestorben ist, und Siggi anderthalb Jahre zuvor, hat sich auch in der Tierwelt einiges verändert… Tara hat zwei neue Freundinnen bekommen, Quisling und Orka, und die beiden haben letztes Jahr wunderschöne Fohlen bekommen, Æri und Àgust de St Mathieu. Quisling ist nun wieder tragend.


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Quisling und Æri
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Àgust
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Außerdem haben Christophe (:-)den kennt Ihr auch noch nicht…) und ich eine Katze. Die uns adoptiert hat - nicht umgekehrt!!! Nachdem sie alle Namen doof fand, heißt sie jetzt Miaou-Miaou. Sieht auch ein bißchen so aus.

Nachdem ich heute nun, genau 4 Jahre nach meiner Ankunft hier, weiterschreibe, nehme ich mir die nächsten Tage etwas Zeit, Euch genauere Geschichten zu schreiben, in der Hoffnung, dass es Euch auch wieder so Spaß macht wie mir, und vielleicht bin ich ja ganz froh, aus dem Baby-Geschrei, Windelwechseln und Kinderwagen zusammenbauen und wieder auseinanderfalten rauszukommen!

... Abschied ...
Sonntag, 23. Dezember 2007, 22:12 Uhr
 

So Ihr Lieben, ich muß gestehen, das hier wird wohl mein letzter Blog-Eintrag werden! Ich komme fast gar nicht mehr dazu, überhaupt dran zu denken, in den Blog zu schreiben… Ich habe in den ersetn Wochen viel mitzuteilen gehabt, wollte, daß Ihr miterlebt, wie sich das neue Leben so anläßt, und ich denke, Ihr habt alle gesehen (gelesen), daß es mir, Jemma, Siggi und Tara ziemlich gut geht! Jetzt ist Weihnachtszeit, und ich habe noch keinen Tag bereut, aus Deutschland weggegangen zu sein, und bin jeden Tag glücklich, wenn ich aufwache, den Kopf drehe, und am Horizont das Meer erblicke, dann rausgehe, den Duft von Erdbeer, Lavendel oder anderen Aromen in der Nase zum Frühstück rüber, zur Arbeit fahre, in meinem alten, coolen, nicht mehr richtig bremsenden Peugeot den Berg Richtung Osten runterschlittere, immer die Sonnenbrille auf, weil es so blendet… Dann bei der Arbeit die neuesten Gerüchte oder kleinen Geschichten anhöre, Anbaggerversuchen aus dem Weg gehe (jaaa, sie haben sich vermehrt…), oder ein kurzes Schwätzchen mit einem der anderen Commercants auf dem Platz halte.

Ich liebe es. Ich liebe es, daß wir uns alle über die Regierung aufregen, ob es die Steuern sind, die neue Freundin des Präsidenten oder die Sozialpolitik. Ich liebe es, daß man mittags im Bar de la source ein Super Menü für 11€ bekommt, nette Kommentare vom Wirt dazu, und halb-Opio trifft, die sich zu den Kommunal-Wahlen vorstellen, und ein nettes Wort für jeden übrig haben. Ich liebe es, daß das Baguette hier so schmeckt, wie Baguette schmecken soll. Ich liebe es, daß meine Füße nie einfrieren. Ich liebe es, daß mir hier die Klamotten passen. Ich liebe es, weil der Stress hier kein Stress ist. Ich liebe es, daß man hier überall mit einem Lächeln begrüßt wird. Deutschland, Du wirst mich wohl nicht wiederbekommen… Es sträubt sich mir schon, daß ich für Ende Januar einen Flug nach München buchen muß. Wie ich es schon einmal sagte: ich glaube, ich bin angekommen.

Aber nichtsdestotrotz: hier noch eine kleine Anekdote: letzten Sonntag war ich reiten. Siggi (ohne Sattel) und Tara als Handpferd. Ein breiter Weg auf dem Berg. Klingelingelingeling… Was kann das sein? Ein Jägershund! Ok, der Jäger auch nicht weit. Also bleibe ich stehen, lasse die Pferde Richtung Jäger schauen, und warte ab, bis er in meiner Nähe ist. Rufe ihm zu, ob ich beruhigt dan Wg langreiten kann, ohne abgeknallt zu werden? Klar, kein Problem. Siggi und Tara schauen schon, als wäre er ein Alien, aber kein Mucks. Als dann aber der jagdhund aufspringt, ist es vorbei. Tara im großen Galopp davon, bergab, Richtung Stall, Siggi hinterher. Galopp bergab, für mich kein Problem (ich erinnere: ohne Sattel) ;-) aber Tara habe ich losgelassen, ich gebe es zu. Netterweise ist Madame nur 200m weit gerast, dann stehen beblieben und om Trab reuig zu uns zurückgekehrt. Hab ich auch noch nicht erlebt, daß ich sie wieder an die Hand nehmen konnte, ohne abzusteigen! Und weiter gings, bergauf. Als dann die Cross-Motorräder von hinten kamen, waren wir schon fast wieder zen… Ich glaube Siggi hatte ein paar Tage lang Muskelkater…

Wenn ich jetzt so hier sitze und darüber sinne, ob mir was fehlen könnte? fällt mir nur spontan ein, die netten Abende, wo man zusammensitzt und die Welt verbessert, viel lacht und sich freut, daß man so tolle Freunde hat. Das ist ganz schön beruhigend zu wissen. Und diese Abende, die werden wir bestimmt noch oft erleben, vielleicht halt einfach etwas näher am Mittelmeer… ;-)

Ich freu mich auf Euch!!!

... ohne worte ...
Sonntag, 02. Dezember 2007, 18:12 Uhr
 

... handarbeit ...
Samstag, 01. Dezember 2007, 22:12 Uhr
 

…alle, die mich gut kennen: haltet Euch fest! Ihr werdet nicht erraten, was ich kann!!!
Ich habe heute beschlossen, mal wieder zu häkeln. Genau, ich. Ich habe ja in meinem Leben schon
EINEN Schal gehäkelt. Der war dann schräg dreieckig, aber wunderschööööön. Nun hat es mich heute wieder gepackt (Jo kann sich schon freuen… ;-) und ich habe wieder eine Häkelnadel und Wolle gekauft und mich drauf und dran gemacht, den Schal zu beginnen. Nun wusste ich leider nicht mehr wie das geht. Im Internet habe ich auch keine passende Anleitung gefunden, also hat Mama mir ein paar tips gegeben, und ich hab losgelegt.

Nach drei Reihen (und gefühlten drei Stunden…. ich bin sehr stolz) fand Mama meine Technik etwas bizarr,
und die ganzen Häkchen müssen auch nicht sein, stellte sie fest: Jenny, du strickst! Ich! Das konnte ich noch nie!!! Und jetzt mit nur einer Häkelnadel! (Ist auch echt ne fisselarbeit). Nun weiß ich nicht, ob das an Genie oder Wahnsinn grenzt, aber ich werde versuchen, weiterzumachen. Sobald ich die 5cm-Breite überschritten habe, mache ich ein Foto, das glaubt mair ja sonst eh wieder keiner. Das ich mal was mit den Händen hinbekomme (nun ja, hinbekommen ist ein großes Wort - vielleicht bekommt ihn auch Bernadette, Ella oder Pauline, die wissen echte Handarbeit noch zu schätzen…)

Ich war heute wieder in Caussols, der Hochebene, wo es abends ab 20 Uhr zur Zeit schon -4° Celsius hat, um mit der netten Frau von letzter Woche auszureiten. Traumhaft!

Gitti, Gabi, Sibylle, Ihr werdet mich verstehen, wenn ihr es mal gesehen habt. Unglaublich hier. Endlich Ausreitwege, und dann gleich solche: über Trampelpfäder, an bewaldeten Mini-Schluchten vorbei, natürliche Amphitheatren, Steingebilde, Felswände, grüne Ebenen, freie Schafsherden, ein Hexenwald… alles wie im Märchen. Und die machen hier auch Tagesritte, oder Mehr-Tages-Ritte mit Zelt und allem, ich bin hin und weg. Da kommt nächstes Mal auch der Fotoapparat mit.

Behörden- und Briefwechseltechnisch bin ich allerdings immer noch wie vor den Kopf gestossen,
wie unglaublich unbegabt die Franzosen sind.  Am Montag kam eine Mahnung von der Sozialversicherung, ich hätte das dritte Semester noch nicht gezahlt, und in Frankreich kommen bei der ersten Mahnung gleich mal 10% drauf.  Da habe ich doch gleich einen Scheck losgeschickt (jaha, hier zahlt man mit Schecks, monsieur), weil ich dachte, auweia, wie konnt ich das übersehen, als dann am Freitag der reguläre Brief mit der Rechnung kam. Danke auch.

... alles neu ...
Dienstag, 27. November 2007, 20:11 Uhr
 

… ich probiere immer mehr aus! letzte Woche war ich im Italienisch-Unterricht, danach beim Salsa,
Freitag abend in Nizza weg, heute morgen bei einem anderen Yoga… ich komme tatsächlich unter Leute!
Die Frage ist da nur: was für Leute? Im Italienisch-Kurs zum Beispiel waren Damen und Herren (man beachte den Ausdruck) zwischen 55 und 75 Jahren. Die zum Teil ziemlich gut waren im Unterricht! Ich habe viel gelacht, weil ein Streber, der Mann mit dem Schnauzer und der Brille, immer alles vorgeplappert hat, zum großen Gestöhne der Anderen, die neben mir alles abschreiben wollte, und der junge Mann neben mir (71) sich immer hinter seinem Buchj versteckt hat, damit der Lehrer (ein emeritierter Schuldirketor) ihn nicht drannimmt. Da geh ich jetzt regelmäßig hin!!!

Salsa war grauenhaft, Tussis, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe (gibt es zugegebenermaßen auch nur in Frankreich in solchen Horeden - hoffe ichh) machen einem Küßchen rechts, Küßchen links “salut, ca va?” drehen sich um, um mit der nächsten über deine Frisur zu lästern. Die Lehrer höchstarrogant aber leider auch sehr effektiv, daß ich mich recht bald verabschiedet hatte, weil die mir schon weit, weit, 1000 weit zu gut waren. Yoga heut morgen war so ähnlich wie italienisch: Seniorenstunde! Tat mir aber gut, nach der längeren Pause wieder… Aber schon lustig, wenn die ältere Dame vor Dir nicht im Bogen bleiben kann, weil ihre goldenen Armreifen immer verrutschen, bei der nächsten wirds im geringelten Wollpulli dann doch nisl warm, und gekommen ist die Hälfte mit der Louis Vuitton Tasche (bzw der Plastiktüte des Geschäfts…). Typisch Côte d´azur!

…und, da es hier nun auch schon anfängt zu weihnachten - au weia - die Franzosen sind sowas von unbegabt, was Weihnachtsdeko angeht… habe ich Euch ein Photo mitgebracht, von der Promenade des anglais in Nizza, leider etwas verwackelt, weil aus dem Auto raus…

Am Sonntag war ich oben in Caussols, das Hochplateau bei uns hinterm Berg, wo es im Winter bis zu -15° Celsius hat.. und sooooo schön berglich und karg ist! Um mir einen kleine Stall anzuschauen. Die Leute dort haben ein paar Pferde, 5 Hunde (davon 4, die in jede Handtasche passen) und einen Boxer, einen Esel (so süß, echt) und ein Schaf. Das Schaf hält sich allerdings für einen Hund. Frißt Hundetrockenfutter, spielt mit den anderen Hunden und läuft frei herum. Zum großen Entsetzen von Jemma. Das Schaf ist genausogroß wie sie, und war ziemlich interessiert an dem neuen Gefährten. Jemma konnte es nicht einordnen - also hat sie es knallhart ignoriert. Keine Bürste, nichts, aber immer weg - oder dran vorbeigeschaut. “Es ist nicht da, es ist nicht da, es ist nicht da”… Ich hätte mich totlachen können. Leider hatte ich keinen Photoapparat dabei …

Hier noch zwei Bilder von letzter Woche, als es hier auch mal ein paar Tage am Stück geregnet hat. Damit Ihr nicht vergesst, wie schön es hier ist!

... sorgen ...
Samstag, 24. November 2007, 19:11 Uhr
 

Ich muss mich entschuldigen… diverse Umstände: Fortbildung in München, stressige Arbeitstage, Internetprobleme und tausend Ablenkungen haben mich den Blog vernachlässigen lassen. Nachdem Ihr Euch schon ein bisschen Sorgen gemacht habt, kann ich Euch hiermit beruhigen: es geht mir so weit so gut. Hier beginnt ja nun auch langsam die Adventszeit, das heißt, es regnet fleißig, und meine Fahrkünste werden aufs Härteste auf die Probe gestellt mit dem kleinen Peugeot, der kein ABS hat. Ich sag’s Euch: bergab, auf nasser Fahrbahn, ist bremsen ganz schön doof. Da fährt man einfach weiter. Ich muss das Intervallbremsen noch üben! Außerdem leuchtet es bei uns adventig rot zuhause, weil meine Mama Salzkristalllampen (gleich 2) gekauft hat, um den ganzen Elektrosmog zu neutralisieren. Dass man von diesen Gebilden fast blind wird (die sind ja soooo hässlich) bleibt Nebensache. Und nachdem Papa mir heute erklärt hat, dass Neutrinos von überall einfach durch die Erde durchsausen - ungebremst!!! - bin ich eh geläutert, was den ganzen Wahnsinn mit Strahlen angeht.

Am Dienstag habe ich gemerkt, dass meine Entspannungstheorie Südfrankreich wohl tatsächlich aufgeht!
Ich bin in ca. 9 Stunden von München nach Magagnosc gefahren - alleine - mit Sommerreifen, und kam hier fast entspannt an. Kein Gehetze, kein Gestresse auf der Autobahn, ich war ‚zen’… In der Schweiz habe ich festgestellt, dass es nicht immer an einer Nation liegen muss, dass die Autofahrt zum Kotzen sein kann, sondern oftmals reicht EIN Autofahrer aus (den Du 40 min vor Dir hast, auf den einspurigen, unübersichtlichen Schweizer Bergstraßen, und der für jeden Pups bremsen muss). Aber in Italien habe ich meine Meinung geändert: die fahren ALLE scheiße. Gegen Ende habe ich mich wieder beruhigt, habe einen Autobahnflirt ausgelebt (leider mit einem Fiat Brava ;-), aber wir haben uns gegenseitig die Fahrbahn freigehalten, im vorbeifahren nett zugelächelt und mit Lichthupe verabschiedet. Kleine Aufmerksamkeiten des Alltags…

... seltsam ...
Samstag, 10. November 2007, 10:11 Uhr
 

… kaum muß ich mehr selber machen, geht schon die Hälfte schief ..

Jo hat mich eingewiesen, wie ich was so halb vorprogrammiert zu ihm schicken muß, und prompt kam gestern nur die Hälfte bei ihm an.

Hat aber wahrscheinlich keiner gemerkt… Weil ich ja eh so verwirrt bin, gell?

Ich hatte gestern noch einen ganzen Absatz darüber geschrieben, daß ich mir manchmal ernsthaft Sorgen um meinen Geisteszustand mache (daher auch die Videobotschaft), weil ich Marotten an mir entdecke, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte.

So stellt sich mir nun mal wieder die Frage: war das schon immer da, und ich war nur zu beschäftigt, um es festzustellen, oder ist es neu und weist auf juvenile Senilität hin?

Hmmmmm …

Was haltet Ihr davon:

Ich war letzte Woche etwas kränklich. Und wurde dementsprechend gepflegt, das volle Programm: ätherische Öle zum inhalieren, zum einreiben, zum in den Tee tun, zum Luftverstäuber im Zimmer verteilen, Vitamine in Form von Früchten, Pillen, Getränken, und Aspirin (ein bißchen nur). Abends gehe ich dann zu meinem Bettchen, ziehe meine altbewährte, löchrige, ausgeleierte aber unglaublich gesundheitsfördernde Jogginghose (die ihrem Namen noch nie, nie, nie gerecht geworden ist) an und suche nach einem Paar Socken, weil bei Krankheit kalte Füße nicht in die Tüte kommen. Ich suche also in meiner einzelne - Socken - deren - Partner - in - der - Waschmaschine - verschollen - ist - Tasche nach kuscheligen Exemplaren, und finde den flauschigen Falke in grau-weiß für links und den superflauschigen Kaschmir in beige für rechts.
Seltsam. Aber mei, ich bin krank, und hauptsache warme Zehen.
So, Rolli an und losgelesen. (Wahrscheinlich Harry Potter. Ich fand den ziemlich gut. Meine Fingernägel nicht so… ;-)) Und auch das vielkritisierte Ende find ich nett: Harry, hol schon mal den Kinderwagen…)
Nach 20 Minuten hab ichs nicht mehr ausgehalten. Ich musste aufstehen und zwei gleiche Socken anziehen.
Ich mache mir ein bißchen Sorgen.

... Bilanz ...
Samstag, 10. November 2007, 10:11 Uhr
 

… soooo, es sind nun 70 Tage. Hier. Inklusive Auslandsaufenthalte. Es gab 67 Sonnentage.
 Viel Arbeit (nicht nur in der Praxis). Etwas weniger Entspannen (lesen, lesen, Pool liegen, lesen).
Noch viel weniger Sport (Yoga, Reiten, und, ich muß zu meiner großen Scham gestehen, daß es bei dem EIN Mal joggen geblieben ist…)
Und nur einen Tag mit schlechter Laune: heute. Muß ja auch mal sein. Und nach 70 Tagen ist das ja wohl
eine ordentliche Bilanz. Würde ich so mal sagen.

Und das vergeht bestimmt auch gleich, weil gestern mein Micha gekommen ist. Und nachher noch die Manu! Riesen-Überraschung für die Eltern! Juchu, juchu, juchu!
Weil am Sonntag 40 Jahre Hochzeit gefeiert wird! Und alle drei Kinder versammelt!
Ich habe einen 2 CV gemietet, wie damals, in unseren Kindertagen - mal sehen, ob uns das Ding zu fünft durch die Gegend karrt…

Und falls es mir nicht besser gehen sollte, zähle ich auf Euch, um mich nächste Woche aufzumuntern!!Ich komme am Donnerstag an, und bin bis Dienstag da! Gabi, Sibylle, sehen wir uns am Samsatg abend? Oder Freitag? Ich habs vergessen…
Aber ich freu mich so!
Vorgestern hatten wir Besuch, und ich hab mich so gefreut, daß ich den ganzen Abend gequatscht habe.

apropos, so fühle ich mich heute …

... Schaumschläger ...
Samstag, 03. November 2007, 15:11 Uhr
 

… böseste Vorwürfe habe ich bekommen! Alles nur Schaumschlägerei mit meiner zweiten Verkupplungsgeschichte. Nix Spannendes … Na und? War ja auch nicht spannend! Er kam, lag und ging wieder.  Das viel Spannendere war, als die nette Dame wieder kam, die ich zur Zeit behandele. Aus seinem Dorf. Beide treffen sich im Wartezimmer. Ihm ist es deutlich unangenehm. Als sie dann bei mir auf der Liege liegt, meint sie: „ ach ja, den wollte meine Nachbarin ja zu ihnen schicken!“. Ich sagte ich wisse es schon. Sie wieder: „ Ich hab mir solche Sorgen um Sie gemacht.“ Warum bloß? „ Der Junge ist so gefühlskalt, wenn Sie sich in ihn verlieben, müssen Sie bestimmt leiden.“ Ist ja nett. Es sorgen sich wirklich alle aus dem Dorf um mich. Die einen wollen mein Liebesglück, die anderen wollen nicht mein Liebesunglück…
Da bin ich aber froh.
Hier zuhause kann sich nämlich gerade keiner um mich sorgen, weil wir vollstes Haus haben. Herbstferien, Schwester samt Kindern sind da, Jo ist da, Nicole ist da um Manu zu besuchen, und alles wuselt hier wild durcheinander. Hund und Katze verhalten sich unauffällig, um nicht ins Interesse der Kinder zu fallen…
Mensch, jetzt war ich so die traute Dreisamkeit unserer WG gewohnt, das ist ne ganz schöne Umstellung für mich ;-)

Zum Glück kann man zeitweise draußen in der Sonne liegen und lesen, um dem Tohuwabohu zu entkommen …

Und damit Euch nicht langweilig wird… hier mal eine Photoreihe, wie der Himmel hier so im Laufe eines Tages aussieht!

morgens

mittags

abends

... Verkupplung - die Zweite ...
Sonntag, 28. Oktober 2007, 15:10 Uhr
 

… es ist schon unglaublich. Die letzten zwei-drei Tage war das Wetter herbstlich, Regen, Wind (heißt: Terrasse fegen, Sisyphus-Arbeit), und heute, nach der Zeitumstellung (für alle die, die es vergessen haben sollten) sitze ich um 10h30 auf der Terrasse, im Bikini, bei 20°C im Schatten. Der Hund liegt zu meinen Füßen, die Katze jagt Schmetterlinge. Schööööööööööön!

Das liegt aber auch daran, dass ich gut geschlafen habe … Nämlich nicht zuhause. Im fiesen Alarm-Horror-Haus. Sondern bei meiner Tante. Danke Ivane. Gestern abend ruft mich meine Chefin Michelle an, um mich ein bisschen zu retten, und mit mir was essen zu gehen. Meine Tante haben wir auch eingepackt, also drei einsame Frauen beim Italiener. Drei Generationen an einem Tisch.  Es hat mich aber so sehr gegruselt, mitten in der Nacht in das dunkle, große Haus zurückzukehren, dass meine Tante mir Asyl geboten hat …

Also mach ich nur das Haus an, weil Garten ist eh zu unsicher, windiges Wetter, und ich mag nicht alle halbe Stunde vom Alarm geweckt werden.

Aber zurück zur Überschrift.

Eine Sache bedrückt mich ein bisschen: mein Liebster, also der, der mir auch diesen Blog erstellt, scheint ihn wohl nicht zu lesen! Kein Kommentar zu der Verkupplungsaktion von ihm. Seltsam? Vollstes Vertrauen oder totales Desinteresse? Mal sehen, ob heute was kommt … ;-)

Um 19h30 sitzt ein junger (mein Alter) Mann im Wartezimmer. Er stellt sich vor, stellt seine Beschwerden vor. Ich denke mir, dass muß alles ja gar nicht so sein wie ich es dachte.

Er sagt mir seinen Wohnort, es ist derselbe wie die Dame. In diesem Ort wohnen vielleicht 200 Menschen. Er sagt mir seinen Beruf, es ist der, den mir die Dame damals gesagt hatte. Er ist es also tatsächlich. Eigentlich muß er sich ganz schön blöd vorkommen. Und er kann von Glück reden, dass er denkt, ich wisse von nichts. Das wäre sonst ganz schön peinlich. Für alle Beteiligten …

Aber da das alles gar nicht so spannend war… und der Tag heute eigentlich eher geruhsam, bis auf ein bisschen Gartenarbeit (ich!!) einen toten Fisch aus dem Becken erlösen.

Und mich so sehr freuen, dass die Eltern nachher wiederkommen! Juchu!

Und falls ich wieder ein paar Tage nicht schreibe liegt es daran, dass ich den neuen Harry Potter mitgebracht bekomme! Juchu! Juchu! Juchu!

 

... Alarm ...
Samstag, 27. Oktober 2007, 22:10 Uhr
 

… es war die alptraumhafteste Nacht, die ich jemals hatte. Beide Eltern sind in Deutschland, jenny passt auf das Haus auf. Und muß im Haupthaus im Elternschlafzimmer schlafen. Weil die Katze schon sehr, sehr, sehr alt ist, und ihre Habitüden hat. Kein Problem, sagt sich jenny Sorglos, Mama hat ein super Nackenkissen, schlafen kann ich egal wo. Denkste.

Es gibt hier den Alarm. Einmal für den Garten, mit Bewegungsmeldern. Kleine Tiere (Katze, Marder und Co) kommen durch, ohne ihn auszulösen, große Tiere (Hunde, Wildschweine, Menschen) lösen ihn aus. Wenn Wind ist, ist er nicht ganz zuverlässig, und meldet auch mal wehende Äste. Zum Zweiten für das Haus, das heißt, alle Läden sind gesichert, sobald einer aufgemacht wird: Alarm. Und Alarm heißt hier: senkrecht vor Angst im Bett stehen, runter rennen, Code drücken und warten bis die Sirene aufhört.

Also mach ich nur das Haus an, weil Garten ist eh zu unsicher, windiges Wetter, und ich mag nicht alle halbe Stunde vom Alarm geweckt werden.

Um 1h30 geht er zum ersten Mal los. Panik. Runter rennen ausmachen. Die taube Katze pennt in der Küche Dobi wundert sich über die Hektik. Da jetzt überall Licht war, wird der Einbrecher wohl wieder gehen, oder? Mein Herzrasen sagt mir, ich soll den Alarm auf keine Fall nochmal anmachen, da verkraftet ja keiner. Angst vor Psychopathen lässt ihn mich doch wieder einschalten. Nach zehn Minuten geht er wieder los. Ich kann nicht mehr. Wenn da jemand rein will, und den Alarm hört, warum sollte er es nochmal versuchen? Der hat mich beobachtet, weiß, dass ich allein bin, will mir Böses (trotz Dobi???). Natürlich mache ich den Alarm kein drittes Mal an und die Äuglein keine Sekunde der Nacht zu. Ich kanns Euch sagen, das ist eine Horrorvorstellung gewesen. Was man sich da so alles ausmalen kann. Ich war schon bei „Open Water“ etc… Der Witz an der Sache: und und Katze: entspannt …

Morgens um 8 (nachdem mich um 7 dann doch die Katze geweckt hat, weil sie wirklich alt und taub ist, und manchmal einfach nicht weiß, wo sie ist… Dann miaut sie ganz laut (so richtig laut) und man muß hinrennen und sie streicheln und es ist alles wieder gut) rufe ich dann meine Eltern an und beschwere mich was dass denn soll mit dem blöden Alarm. Sie: wie? Der geht doch nie los, kann nicht sein usw. Ich: doch doch doch, der blöde Code und alles doof. Die: wie, der Code? Den gibt’s doch gar nicht richtig! Ich: wie wieso nicht? Die: das ist der Bewegungsmelder-im-Haus-Code, der geht an, sobald Du Dich im Bett drehst. Ich: wie den kannte ich gar nicht. Sie: den benutzen wir auch nie, ist ja die Katze im Haus. Ich: danke auch.

So, das wäre also auch geklärt, was man nicht alles dazulernt.

Unfreiwillig.

In der Praxis lief ich dann heute rum wie eine wandelnde Katastrophe (catastrophe ambulante), weil mir ja die halbe Nacht gefehlt hat. Aber abends, beim rausgehen, wird man dann mit so einer Aussicht von der Praxis aus belohnt.

Und dann war der Abend auch schon gelaufen. Jetzt (22h) liege ich hier, auf dem netten Nackenkissen, Dobi links, Katze rechts, und bete, dass der Alarm heut nacht nicht losgeht …

Ach ja, der Verkupplungstermin war ja gestern! Ich bin so müde. Schreibe morgen … ;-)

... Verkupplung ...
Samstag, 20. Oktober 2007, 21:10 Uhr
 

… ich bin mal wieder wieder zuhause! Juchu! Am Donnerstag bin ich nach Wien geflogen, und hatte den Wetterbericht gelesen. Dementsprechend hatte ich meine warme Jacke eingepackt, Stiefel, Rolli, Schal und was man so halt braucht bei kaltem Wetter. Im Ausland. Ich war mal wieder etwas traurig, am Wochenende nicht in Magagnosc zu sein, nichtsdestotrotz habe ich mich über dieses Gefühl freuen können, da es einem das Gefühl von Heimat vermittelt.

Nach meiner Zwischenlandung in Düsseldorf (!!!ich weiß) kam ich gesund und munter (noch) abends in Wien an, und als ich morgens meinen Kollegen fragte, wie das Wetter sei, und es hieß „schon ok“, habe ich spätestens nach dem 25minütigem Fußmarsch realisiert, dass Ballerinas ohne Socken definitiv keine so gute Idee waren. Als es in der Nacht noch im Hinterland zu schneien begonnen hatte, bin ich auf andere Schuhe umgestiegen. Es ist doch schwierig einzuschätzen, wenn man liest wie das Wetter woanders ist … Leider habe ich von mal wieder nicht so viel gesehen (wie damals, gell Diana… ;-)), wir haben aber am Prater gewohnt und ich habe das Riesenrad fotografiert.

Und ich war überrascht über die Höflichkeit der Wiener. Außerdem reden die so nett. Wie die Franzosen. Als Roger und ich den Schaffner fragten, ob man das Ticket auch in der S-Bahn selber lösen könne, meinte er es ginge zwar, koste aber 60€ Zuschlag. Ist doch mal nett ausgedrückt, oder?

Ist wie in Frankreich. Die Höflichkeit hier macht vielen zu schaffen, z.B. meiner Freundin Christine. Wenn ich in der Pariser U-Bahn jemandem auf den Fuß trete, entschuldigt sich derjenige ganz sicher auch. Das ist ja sehr nett. Wenn man etwas kauft, so sagt man: „ Guten Tag, entschuldigen Sie bitte, könnten Sie mir zwei von den Törtchen geben bitte“? Das ist auch noch ok. Aber bei der Arbeit am Patienten, im Krankenhaus, zwischen zwei eiligen Terminen kommt es dem Deutschen dann doch sehr anstrengend vor: „ Entschuldige bitte die Störung liebe Kollegin, würde es Dir etwas ausmachen mir freundlicherweise bitte zur Hilfe zu kommen, bevor ich den Patienten in 0,5 Sekunden loslasse und er stürzt? Bitte?“ zu formulieren. Vor allem, wenn einem nicht gleich alles in der richtigen Reihenfolge einfällt! Naja, soviel zur Höflichkeit. Zurück in Düsseldorf des Nachtens am Sonntag, wurde ich das Objekt der Übergabe zwischen Roger und Ingo. Auf einer kaum befahrenen Straße an einem Autoverleih in einem Vorort Bochums(…). Und musste um 5 aufstehen, um nach Hameln zu fahren. Durch den Teutoburger Wald. Und das Münsterland. So, das hätte ich dann auch gesehen ;-)

In einem 5-Strene-Hotel hatten wir ein Fotoshooting, spannend zu sehen, wie unkompliziert so was sein kann (vor allem für mich, ich musste ja nur rumliegen). Nichtsdestotrotz ist mir dort aufgefallen, wie schön es doch ist, wenn man alle Jahreszeiten durcherleben kann. Die gelben und roten Bäume, der Nebel über
den Hügeln, die tiefstehende Sonne, ein traumhaftes Licht, und dieser typische Herbstgeruch. Das haben wir alles hier im Süden nicht. Die Bäume werden gelb und lassen sofort ihre Blätter fallen. Seltsam. Und als ich heute morgen zurückgeflogen bin, habe ich mich sehr gefreut, dass ich meinen Mantel am Flughafen ausziehen musste und in einem 20 Grad wärmerem Land gelandet bin. Der Dobi hat Freudensprünge gemacht, den Pferden ist es gut ergangen, und meine Eltern haben angefangen zu heizen… Desillusionniert?

Nun aber noch kurz zu der Hardcore-Verkupplungsaktion: ich hatte im Mai eine Patientin, ältere Dame, italienischer Abstammung, äußerst charmant und rührig.
Sie hat mich immer zugetextet, wie nett doch ihr Nachbar sei, Single, gutsituiert etc…Ob ich denn Single sei? Ich habe immer gelacht und gesagt, ich sei glücklich vergeben, aber sie meinte, wenn das nicht mehr so sei, solle ich ihr Bescheid geben.

Nun kommt seit zwei Wochen eine Dame zu mir in Behandlung, bei der sich nach Kurzem herausstellte, sie ist die Nachbarin der ersten. Ich lasse diese schön grüßen, kommt doch beim nächsten Termin die zweite, und lässt mich fragen, ob ich wieder zu haben sei? Ich bin darauf nicht eingegangen. Großer Fehler im Dorf. Nun ruft heute ein junger Mann an. Auf den modernen französischen Telefonen wird immer der Name des Anrufers angezeigt (soweit er es freigeschaltet hat). Es war die Nummer meiner damaligen Patientin. Ich hatte mich schon gefreut, höre nun die Stimme dieses jungen Mannes, mit komplett anderem Namen (ein Nachbar, stellte sich mir da die Frage?). Er möchte einen Termin. Abends. Kann es tatsächlich sein?

Ich bin sehr gespannt. Fortsetzung folgt.

Versprochen. Termin Donnerstag, 19h30 ;-)

... Ruhe kehrt ein ...
Donnerstag, 11. Oktober 2007, 21:10 Uhr
 

… langsam, langsam, langsam kehrt Ruhe ein. In mich, in die Pferde, in den Tagesablauf. Endlich. Das will nicht heißen, dass es stressfrei ist – Ihr werdet es merken, dass es stressfrei ist, wenn ich mich telefonisch bei Euch melde… Ich habs nämlich feste vor, aber dafür ist leider doch noch nicht genug Ruhe. Ich habe jetzt einen schönen Trott zwischen Arbeit, Pferden und restlichen Aufgaben (zum Beispiel in der Bank drei Stunden anstehen, weil Dienstag ist, und Montag geschlossen war (!!!unglaublich, ich weiß) und Dienstag ALLE hingehen, und sich jeder mit der netten jungen Frau am Schalter über den außergewöhnlichen Markt am Samstag, und das Kürbisfest nächste Woche unterhalten wollen, während sie 2000 Euro abheben). Darüber rege ich mich leider noch etwas auf, aber deutlich weniger, als ich es noch vor 6 Woche getan hätte.

Aber meine Arbeitszeiten werden regelmäßiger, ich schaffe es jeden Tag zu den Pferden, denen geht es mittlerweile blendend: meine anfängliche Sorge, Tara würde nur rumzicken (lag wohl nur daran, dass sie rossig war), hat sich verflüchtigt, Siggi ist der Herr im Paddock, er hat sich in Emilie verliebt, die Stallburschin, die ihn dreimal täglich rausholt und ihm "Suppe" füttert. Er kommandiert Tara hin und her – sie steht drauf…

Reiten gestaltet sich im Gelände als leicht gefährlich, weil die Jagdsaison eröffnet ist, aber heute auf dem Reitplatz, mit Blick auf die Hügel und das Meer, hat selbst das Arbeiten mit einem sich leicht sträubendem Pferd, das noch ein bisschen ungymnastiziert ist… Spaß gemacht. Und wie!!! Mit Siggi war ich auf dem kleinen Platz, er ist an der Hand getrabt und hat echt Pfirsich (wie man hier sagt). Das alles beruhigt mich ziemlich, weil ich um meine zwei Süßen schon etwas Angst hatte.

Mit den Patienten wird es immer netter, weil man hier jeden ja mindestens 20 Mal sieht, tauscht man sich halt auch gut aus, und ich kenne jetzt jede Menge wundervoller Wanderwege, habe mindestens 5 Ferienhäuser in diversen Regionen Frankreichs weiterzuempfehlen, kenne die besten Feigenbäume  (weiße Feigen!) weit und breit  und bin der festen Überzeugung, nächsten Jahr Urlaub auf der Loire oder dem Canal du Midi auf einem Hausboot zu machen. Wer kommt mit? Zehn Minuten Einführung, und man ist Kapitän? Mit 10km/h in traumhafter Landschaft entlangschippern, mal einen Ausflug mit dem Radl, abends an Bord ein Weinchen trinken und quatschen, quatschen… Ich glaub, ich find das toll. Ich nehme Anmeldungen gerne entgegen. Ehrlich.

So, dies wird mein erstes ruhiges Wochenende in Frankreich. Seitdem ich hier bin hatten wir entweder Besuch, oder ich war nicht da, aber dieses Wochenende ist… NICHTS! Reiten, Radfahren, im Garten rumwuseln, auf einen Flohmarkt gehen, juchu, nichts besonderes! Ich freu mich so! Da muss ja dann wohl die Ruhe einkehren…. Mal sehen, wen ich anrufe ;-)

... Odyssee ...
Montag, 08. Oktober 2007, 22:10 Uhr
 

… sooooo, endlich hat das Internet mich wieder!!!

Es waren ja nun fast 10 Tage ohne, und es ist viel passiert in diesen Tagen. Aber first things first: bei meiner Abreise aus Magagnosc am Donnerstag vor einer Woche hat es in Strömen gegossen. Und in Strömen heißt wie aus Kübeln. Nur noch schlimmer. Meine herzallerliebsten Eltern haben sich daher dagegen entschieden, mir beim Autopacken zu helfen, und so war ich nach 27 Sekunden so nass, dass es dann auch schon egal war ob mit oder ohne Schirm (dazu muss ich sagen, dass der Schirm, den Mama mir aufs Auge gedrückt hat, nur mit gemeiner Spezial-Kräfte-Technik zugeht, und ich also wieder aussteigen musste, 7 Minuten mit dem Metallgestell kämpfte, um dann als Sieger dieser Schlacht, nass, wieder ins Auto gestiegen bin. Meine wasserdichten Schuhe hatten sich in der Zwischenzeit auch brav von oben mit Wasser gefüllt, und es lief nach unten qualitätsgemäß nichts raus. Quietschend habe ich mich auf dem Weg gemacht …

Und nun eine sehr wichtige Nachricht an alle Menschen, die mich erreichen wollten, und die nichts von mir gehört haben: ich habe mein Handy vergessen!!!! So was wäre mir früher wohl nie passiert. Aber Zerstreuung, Regen und Hektik haben mich nicht dran denken lassen, und in Italien habe ich es dann bemerkt. Zum Glück habe ich ja das Auto-Handy (wie konnte es da überhaupt passieren, dass sie mich wegen Telefon am Steuer anhalten?), aber auf dieses gehen keine sms ein. Also habe ich mich bei vielen gar nicht melden können… Schande über mich. Und im Autotelefon sind auch nicht alle Nummern eingespeichert, nur die ganz wichtigen (Tierarzt, ADAC-Pannenhilfe, Wettervorhersage usw). Ihr seid mir alle wichtig, ich schwöre, aber ich vergesse ja mein Handy auch sonst nicht.

Ich wurde auch gleich mit 9 Stunden Autofahrt bestraft! Und konnte auch mit niemandem quatschen um die Zeit an den Baustellen zu vertreiben, der Tierarzt ist nach dem 3. Anruf dann auch nicht mehr drangegangen… ;-)

Naja, und dann waren 5 Tage Osteopathie auch nicht gerade erholsam.

Als ich am Mittwoch früh von Gabi zum Hof gefahren bin, hat sich der Nebel aufgetan, und es war ein
traumhaftes Licht,

das ich bestimmt sehr vermissen werde. Genau so ein Licht hat für mich die Bedeutung: Deutschland. Bei so einer Witterung, in den ganz frühen Morgenstunden, habe ich mich immer am glücklichsten gefühlt. Immer mit den Pferden. Diese Ruhe, die mir immer gefehlt hat.

Aber zurück zum Mittwoch, an dem ich noch Reitkurs hatte – danke an alle, die da waren, hat so viel Spaß gemacht, ich hoffe, wie bekommen das ab und zu mal wieder hin! Ein bisschen weniger heiß darf es sein.

Aber dann … ging es los …

Weiche Knie …

Vor allem nachdem ich das Abschiedsgeschenk in den Händen hielt, und mir immer erst in solchen Momenten bewusst wird, wie viel mir die Zeit bedeutet hat, und was für wundervolle Freunde ich gefunden habe. Die mich oft besuchen werden, gell???

Ich muss zugeben, ich hätte nie gedacht, dass ich Tara und vor allem Siggi jemals vom Keppeler Hof wegstellen würde, aber ohne sie geht’s nun mal nicht auszuwandern. Vielleicht haben die beiden das gespürt, auf jeden Fall ist bis heute alles so gut gelaufen, dass ich mich schon so richtig auf morgen freuen kann, wenn wir endgültig in Epona ankommen. Aber ich will Euch die Reise nicht vorenthalten:

Mittwochabend, ca. 18 Uhr

Pferde verladen, ab in Richtung Elsaß. Meine schlimmsten Befürchtungen bezüglich der Zugkraft meines Autos haben sich dank des leichten Hängers sofort zerschlagen, Siggi und Tara lagen auch gut in den Kurven.

In drei Stunden waren wir an der Autobahnausfahrt, nach kurzem Telefonat mit Wegbeschreibung von Alex auf dem Weg zum ersten Stopp. Dachten wir! Wegen Umleitung und Fehlwegbeschreibung sind wir im tiefsten Wald, unbeschildert am Rhein entlang gefahren, um dann in einem verschlafenen elsässischen Dorf auf Abholung zu warten. “Fahrt mir hinterher, ist ne Abkürzung!” ; “Ist es holprig?” ; “Nur ´n
bisschen!” Ich wollte Alex 10 Minuten später umbringen. Es war wie im Horrorfilm: an alten Bahngleisen entlang, auf einer holprigen Feldstrasse, alle paar Minuten kam uns ein Auto mit jungen Insassen entgegen (wo wollten die hin? In dem Dorf aus dem wir kamen, gab’s nichts…), und Ausweichen auf einem einspurigen Feldweg mit Pferdehänger ist wirklich die Hölle. Und es war natürlich auch nicht nur ein kurzes Stück (wobei einem bei 3km/h wahrscheinlich alles lang vorkommt).

Aber wir sind heile angekommen. Die Pferde in Boxen verstaut, und ab zu Alex. Alex´ Eltern hatten früher  ein Restaurant, und dementsprechend sind wir auch um 23 Uhr verköstigt worden. 1000 Dank noch mal an dieser Stelle! Nach einer relativ kurzen Nacht haben wir die Pferde wieder abgeholt, und den Stall bei Tageslicht gesehen, das war total nett. Von der Straße aus nicht als Reitstall zu erkennen, wie ein normales elsässisches Fachwerkhaus, aber nach hinten hat sich schlauchförmig eine Gasse mit Boxen links und rechts (z.T. mit Video-Überwachung für Mutterstuten mit Fohlen) eröffnet, dahinter ein kleiner Platz mit Offenboxen auf jeder Seite, mündend in einen Reitplatz. Das Schöne war, das die Pferde alle in Boxen ohne Türen standen, nur ein Strick als Abtrennung. Hengst und Stute nebeneinander. Warum geht so was bei uns nicht? Siggi kann so was nicht ernst nehmen.

Als ich dann Tara zuerst zum Platz gebracht habe, damit sie sich die Füße vertreten kann, hat der Hengst schon interessiert geschaut, seltsamerweise war er aber ganz aus dem Häuschen, als Siggi vorbeigeführt wurde. Vielleicht steht er deshalb so brav neben Stuten …

Donnerstag Vormittag, Fahrt ins Jura

360km. Ohne Probleme verlaufen. Und die Unterkunft problemlos gefunden. Es hieß Château Ferme Ste Marie, also Schloß-Bauernhof Sankt Maria. Bauernhof ja, Schloß nein. Leider war dieses Anwesen ein bisschen heruntergekommen. So traumhaft gelegen, am Waldrand, eine Allee direkt auf das alte Tor mündend, ein großer Weiher, von Weiden umgeben, die Stallungen nach hinten raus, auf weitere Koppeln zuführend, und dieses beeindruckende Haus, mit Fenstern bis zum Boden, großen Hallen, aber leider eben nicht so sehr gepflegt.

Der Hausherr züchtet Comtois-Pferde (wie Schwarzwälder, nur größer, breiter und heller), bäckt Brot selber und beschlägt nebenher. Siggi und Tara durften tagsüber auf eine Koppel, die mit einer vorerst nur von Kühen bewohnten Weide benachbart war. Vorerst! Nach einer viertel Stunde – wir waren grad am Auto auspacken – höre ich es quietschen, renne hinter, sehe Tara Nase an Nase mit einem dieser Riesenpferde. Sich freundlich unterhalten, quietschen, flirten. Siggi steht uninteressiert daneben. EINE Litze trennt sie ja. Das Quietschen scheint aber den Rest der Herde angelockt zu haben: ich höre nur Getrampel und – ohne Witz – spüre die Erde beben. Diese Wahnsinnsviecher haben ja aber auch ein Kaliber! Und bei dem Lärm will man am liebsten in Deckung gehen, aber trotz der Geschwindigkeit in der sie ankommen, sind sie so schwerfällig und sehen aus, als würden sie in Zeitlupe laufen, dass es schon fast wieder elegant wirkt, wie sie angaloppieren und bocken. Sehr beeindruckend.

Donnerstagabend

Nach einer Besichtigungstour von Dole

– sehr nett – verstauen wir Siggi und Tara in einer (Gemeinschafts!!!)Box und sind von den Hausherren zum Abendessen eingeladen. Andere Gäste sind auch da, und so sitzen wir zu siebt am Tisch. Das ist das Angenehme an diesen Chambres d´hôtes (das ist eine Art Gästezimmer, die in Frankreich sehr üblich ist; man wohnt bei Menschen zuhause, fast so, als ob man befreundet wäre, in einem Gästezimmer, zahlt relativ wenig dafür, kann abends mitessen, und wird einfach integriert): Du sitzt abends am Tisch mit völlig Fremden, und die Gespräche die sich dabei – bei einem Glas Rotwein, rustikalem Essen und etwas Käse – ergeben, sind so interessant, weil alles bunt zusammengewürfelt ist. Die drei anderen Gäste waren auch alles Pferdemenschen, der eine auch ein Zugpferdeausbilder, und ein Paar aus der Drôme, die unterwegs waren, Pferde zu kaufen und sich Anregungen für ihre eigenen chambres d´hôte zu holen. Es wurde viel gelacht, viel von diversen Kutschfahrten, Kutschrennen und Zugpferdeturnieren erzählt, und eines habe ich an diesem Abend gelernt, dass ich gerne mit Euch teilen möchte: Maultiere können sich nicht reproduzieren!!! Wer wusste das? Ein Maultier ist ein Kreuzung aus Eselhengst und Pferdestute, und da es ein Hybrid ist (also widernatürlich) kann es sich nicht vermehren. Ist wohl sehr schade, weil Maultiere doppelt so viel arbeiten wie Pferde und dabei nur ein Drittel der Menge fressen. Interessanterweise kommen aus Eselhengst und Pferdestute wohl immer nur die besten Eigenschaften heraus, beim Gegenteil, also Pferdehengst und Eselstute wohl nur die schlechtesten Eigenschaften beider Elterntiere. Deswegen gibt es sie so selten. Spannend was? Sollt ja bisl was Lernen beim Lesen hier!!!

Freitag morgen, Abfahrt in Richtung Drôme

Pferde verladen, dritte Etappe in Angriff genommen. Irgendwie sind wir immer schneller geworden, der Hänger fährt sich wirklich gut. Nach ca. vier Stunden biegen wir von der Autobahn ab, fahren das Rhône-Tal entlang, es ist schon der nördliche Teil der Provence hier, hügelige Landschaft wie in der Toskana, Zypressenalleen, kleine Brücken über ausgetrocknete Bächlein. Weinberge, Lavendelfelder. Wir sind begeistert. Die Zufahrt zu unserer nächsten Unterkunft gestaltet sich sehr holprig, der Weg wird kleiner und kleiner, wir fahren durch einen Laubwald, an Lavendelfeldern entlang, und am Ende, in the middle of nowhere kommen wir an. Traumhaft. Hier will ich für immer bleiben. Es ist ein alter Bauernhof aus dem XIX. Jahrhundert, komplett aus Stein gemauert, mit ein paar Dependancen, Schwimmbad, Tennisplatz, und 4 ha großer Koppel, die eher wie ein Wald angelegt ist. Idyllischer geht’s nicht.

Der Besitzer trennt die Koppel ab, Siggi und Tara auf die eine, seine Drei auf der Anderern. Natürlich wird über den Zaun beschnuppert, gequietscht, und leider bleibt es nicht dabei: Getrete und Gezeter, Zaun kaputt. Der Gastgeber meint, es sei wohl besser, die Pferde gleich zusammenzustellen, dann sei das Problem in einer Viertelstunde geregelt. Denkste! Tara rosst den einen, hellauf begeisterten Wallach an, Siggi geht dazwischen, macht einen dicken Hals, verteidigt sein Mädchen. Manchmal vergisst er echt sein Alter. Siggi steigt, der Andere ist gut 20 cm höher, steigt auch. Jenny schreit, sammelt ihre Pferde ein… War wohl keine so gute Idee das Ganze. Zum Glück hat sich niemand verletzt, Siggi und Tara bekommen einen Not-Paddock gebaut, Ruhe kehrt ein. Alle 10 Minuten wiehern sich Tara und der Wallach zu, ansonsten stören nur herunterfallende Eicheln die Ruhe.

Der Hausherr führt uns ins Haus, durch den provenzalischen Garten, ein Kamin-Lesezimmer, alte Terrakotta-Böden, in unser Traumzimmer mit Himmelbett, Fresken-Fliesen im Bad, absoluter Ruhe.

Nach einer Stunde Ruhe können wir uns losreißen und fahren noch ein bisschen die Gegend erkunden.

und landen schließlich in Montélimar, Hauptstadt des Nougats. Wir wandern durch die Gässchen, bis es uns in ein kleines Weinrestaurant treibt. So viel Glück muß man erst mal haben, stellt sich doch hinterher heraus, dass dieses Lokal zum besten Restaurant Montélimars im Guide du Routard 2007 (so etwas wie der Lonely Planet) gekört wurde. Spitzenessen, Traum-Wein, tolle Atmosphere. Das waren jetzt mal echt 20 Stunden Urlaub …

Ich kann die Bastide des Lavande nur empfehlen, genauso wie das Restaurant Aux Gourmand für jeden, der nach Montélimar oder Umgebung kommt.

Samstag Vormittag, Fahrt Richtung Endstation

Pferde verladen, letzte Etappe beginnt, juchu! Es wird schon deutlich wärmer auf der Fahrt.

Französische Autobahn ist schon angenehm. Leider teuer, aber dafür nicht so voll. Nach viereinhalb Stunden,
die letzten Kilometer gehen nur bergauf, sind wir endlich da.

Siggi und Tara von Kindern umringt, wer darf wann mal putzen? Ohhh sind die süß? Mensch haben die viel Fell! Hmmm, schade dass man sie nicht streicheln darf, oder? Etc, etc, etc.

Siggi und Tara fandens gut.

Als ob sie es gewusst hätten, marschieren sie in den Paddock, fressen entspannt, schauen ein bisschen umher. Die Aufregung der letzten Tage ist vorbei. Ob sie es wohl wissen, dass sie angekommen sind?

Fortsetzung folgt …

... Zufälle ...
Mittwoch, 26. September 2007, 21:09 Uhr
 

Kennt Ihr das auch, wenn man sich gerade intensiv mit etwas beschäftigt, kommt zufällig gerade jemand mit derselben Problematik auf Euch zu. Oder wenn man ein kleines Problem hat, kommt wie zufällig die Lösung angeflogen. Oder, oder, oder… Auf jeden Fall nach meinem Posting gestern Abend habe ich ein Buch gelesen, und da stand vor einem Kapitel der Spruch von Petrarca: “wenn man nicht
weiß in welchen Hafen man segelt, ist kein Wind günstig.” Ist das nicht ein Zufall? Hatte ich noch nie so gehört den Spruch. Und der war auch noch auf französisch. Und dann sagt mein Papa beim Frühstück: „ wenn man immer etwas besseres möchte, als man hat, wird man nie erfolgreich“. Ich fand das alles sehr passend. Und habe mir weiterhin viele Gedanken gemacht. Ihr könnt Euch das Nachdenken sparen: stimmt alles!!!! Ich habe es überprüft ;-)

Als ich heute morgen aufgestanden bin, und in den Garten ging, bin ich in eine Wolke Kaugummi-Duft getreten. Wie es jeder weiß (oder wissen sollte…) ist Grasse die Hauptstadt des Parfums, und viele Parfümerien haben hier im Umreis ihren Sitz und ihre Produktionshäuser. Das heißt, zu jeder Tages- und Nachtzeit wird man mit diversen Düften überrascht. Und das Gute: es sind tatsächlich nur Düfte und nie Gestank, weil es ja um Aromaherstellung genauso geht (ob ich das jetzt gutheißen soll??). Also ganz oft riecht es hier wie im Erdbeerfeld, manchmal nach Lakritze, gestern nach Lebkuchen und heute morgen eben nach Kaugummi. Aber nicht wrigleys spearmint oder was auch immer, sondern so, wie man es sich in der Kaugummifabrik von Rabbi Jacob vorstellt!! So reine Gaultheria Procumbens (zu deutsch: wintergrün), ein ätherisches Öl, das ich auch gern zur Massage verwende, weil es den Muskeln so gut tut und so gut riecht!Vor allem früh morgens und spät abends bekommt man also diese Wolke ab, und wenn es geregnet hat, dann riecht es nach Nachbars Eukalyptusbaum. Immer was für die Nase …

Und aus aktuellem Anlass habe ich heute endlich mal ein paar Fotos gemacht, von dem Stall, in dem Siggi und Tara ab nächstem Samstag wohnen werden! Ich hoffe so sehr, dass die beiden sich da wohl fühlen werden!

... das Ziel ...
Dienstag, 25. September 2007, 09:09 Uhr
 

… wenn man das Ziel nicht kennt, …

Ich kenne mein Ziel schon lange. Und meine Wege waren und sind verworren, aber ich habe das Ziel nie aus den Augen verloren. Manchmal habe ich mich gefragt, ob das Ziel sich verändert, denn das darf es ja, aber im Großen und Ganzen ist es dasselbe geblieben. Manchmal habe ich mich gefragt, ob dieser Weg wirklich genau so sein sollte, und wenn ich der Überzeugung war, er sollte es nicht, bin ich abgebogen. Man kann mit vielen verschiedenen Wegen da ankommen, wo man möchte, manchmal ist es besser, sich etwas Zeit zu lassen. Und den Weg zu genießen. Das tue ich momentan – in vollen Zügen. Auch das bringt mich meinem Ziel näher. Und wenn ich es dadurch nur gelassener erreiche.

Ich bin gestern wieder in Nizza gelandet. Ich sitze immer links am Fenster (für alle, die hierher kommen, sie sollten auch links am Fenster buchen). Der Anflug ist einfach traumhaft. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Man fliegt parallel zur Küste auf Nizza zu, sieht die ganzen Segelboote, mal eine Yacht, die bebauten Hänge, die Strände, die Häfen, Palmen, einfach wunderschön. Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig, dass ich hier leben darf. Ich hatte am Wochenende die interessante Diskussion, ob nun Münster die lebenswerteste Stadt der Welt (!) sei. Meinen Informationen zufolge (Monocle) ist es München. Weit vor Paris, London, New York, Barcelona, Sydney und allen anderen. Nizza war nicht mal erwähnt… Und Münster glaube ich auch nicht… ;-) (sorry Ingo). Das Schöne ist doch aber, dass diejenigen die in München wohnen derselben Überzeugung sind, wie die in Münster. Also sind alle glücklich. So glücklich sogar, dass sie mir in einer Mail schreiben, man sei froh, dass alle die, die München nicht so toll finden, dann auch tatsächlich auswandern!

Und auswandern hin oder her (kann man eigentlich mehrmals auswandern???) bin ich ja nun wieder hier, und muss mich entschuldigen, dass ich mich aus Deutschland dann doch nicht gemeldet habe. Am ersten Tag war der Akku leer (war ja klar), am Zweiten hatte ich keine Zeit und am Dritten bin ich ja dann schon wieder geflogen… Aber ab Donnerstagnacht bin ich ja wieder in München.

Morgen hole ich mir endlich ein französisches Handy! Juchu, juchu, juchu!

... Kathedralen vs. Moscheen ...
Freitag, 21. September 2007, 21:09 Uhr
 

(Edmund Stoiber, im Spiegel-Online, Freitag, 21. September 2007)

Ich möchte mich dazu nicht äußern… ;-) nur so als kleinen Denkanstoß! Mein Kommentar:

Anm.d. Red: Franck Ribéry ist Moslem (für diejenigen, die es noch nicht wussten…)

Mein eigentlicher Titel heute sollte heißen:

… ANGEKOMMEN …

…bin ich nun hier wirklich. Ich fühle mich, als würde ich hierher gehören, und war einfach nur eine Zeit lang weg. Auf dem Platz des Centre Commercial, den ich Euch beschrieben hatte, treffe ich immer wieder Leute, Patienten, die ich kenne, die mich erkennen, man hält kurz für einen Plausch, tauscht das Neueste aus („wird wohl kein harter Winter, die Zwiebeln haben so wenig Haut“), jeder kennt jeden, es wird freundlich gegrüßt und viel gelacht. Mit vielen Patienten begrüßen wir uns schon mit der bisé, und andere kleine Habitüden schleichen sich ein.

Gestern Abend war ich beim Yoga, genau meine Yoga-Richtung gefunden, hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, und jetzt habe ich eigentlich alles hier was ich zum Leben brauche. Fehlen nur noch die Pferde, und die kommen nächste Woche – ich bin ganz schön aufgeregt!

Aber da ich Euch beim letzten Posting berichtet habe, dass ich mehr Sport treiben möchte, war ich vorgestern Abend joggen (10 min), vor traumhafter Kulisse, die werde ich heute Abend für Euch fotografieren ( dann sind es schon 20 min joggen…), und gestern Mittag habe ich mit Michelle Gymnastik auf der Praxis-Terrasse gemacht- natürlich in der Mittagshitze und à la francaise, was auch immer das heißen mag! Die Terrasse ist einsehbar für alle, die da oben vorbeigehen, zum Arzt, Zahnarzt oder zu uns, ihr könnt Euch also den Spaß vorstellen, den wir ausgelöst haben und selber hatten!

Andere Infos am Rande: Diesel kostet hier nur 1,06€, das Thermometer geht nicht unter 20° Celsius, mein Lieblingsbruder hat heute Geburtstag, am Wochenende bin ich in Düsseldorf, also falls jemand mal auf dem Handy anrufen möchte, freue ich mich natürlich…

... Sport ist Mord ...
Dienstag, 18. September 2007, 21:09 Uhr
 

denke ich definitiv nicht mehr. Heute fange ich an. Ganz sicher.

Bei Muttern essen ist zwar das Schönste, das man sich vorstellen kann… (ich koch aber auch: heute zum Beispiel eine tolle Rüblitorte!), aber dementsprechend geht auch der Zeiger auf der Waage langsam in die falsche Richtung. Das bisschen im Pool Rumgeplansche bringt es auch nicht, also ab morgen joggen (ich schwörs) und endlich Yoga!!!

Das Ganze nur, weil sogar ein Freund mir folgendes Video schickte… (merci encore, j´ai compris!)

Schade dass Fahrradfahren hier (für mich) unmöglich ist. Wie hat es neulich ein Patient so nett ausgedrückt:
“Wenn man Schmerz wegstecken kann, ist radeln hier das Höchste.” Na danke. Bei Steigung 27% kann ich keinen Schmerz wegstecken. Und komme keinen Zentimeter vorwärts – es muss am Rad liegen…

Aber nichtsdestotrotz gibt es auch gute Nachrichten: ich habe heute erfahren, dass man in Frankreich mit dem normalen Führerschein 125ccm fahren darf!!!! Juchu, juchu, juchu! Wenn die mich kennen würden, hätten sie dieses Gesetz nie ermöglicht… Katastrophe vorprogrammiert.

Womit wir wieder bei Sport ist Mord wären… ;-)

... Wassermassen ...
Montag, 17. September 2007, 19:09 Uhr
 

Als kleine Abwechslung zwischendurch hat es hier gestern das erste Mal seit zwei Monaten so richtig geregnet. Und wenn ich sage richtig, dann meine ich wie aus Kübeln.

Und da meine Eltern keine Regenrinnen haben (…) wird man da auch so ordentlich nass…

Aber (wie die Einheimischen sagen würden: leider) ist der Regen hier nicht von Dauer, und als ich heute um 16Uhr MEZ in mein kochendes Auto stieg, bestätigte mir das Auto-Thermometer: 42° Celsius. Zwar in der prallen Sonne, aber dennoch beachtlich. Eigentlich schön für Mitte September. Und abends draußen essen ist auch was Tolles.

Dem Dobi geht’s mittlerweile auch wieder gut. Nachdem sie gestern kaum aufstehen konnte, und den ganzen Tag mit Katzenbuckel rumgelaufen ist, habe ich sofort eine Bandscheibenvorfall-Diagnose gestellt. Es ging ihr wirklich elendig. Sie hat nichts gefressen, nichts gesoffen, sich so wenig wie möglich bewegt, nicht gewedelt und sah aus wie das Elend der Erde. Es hat mir das Herz zerrissen. Dann hat Mama Bacca (die Katze) gefüttert, und Jemma stand quitschfidel daneben und hat gebettelt… Seltsam… Danach ging es ihr aber wieder schlecht. Der Tierdoc meint auch, dass Eifersucht die schlimmsten Schmerzen vergessen lässt! Und dass sie es wohl mit Magen-Darm hatte. Nix Bandscheibe. Zum Glück ist das heute wieder überstanden, nachdem sie dem Tierarzt so was vorgezittert hat, dass er nicht mal ihr Herz hören konnte. Als sie dann das Thermometer im Popo hatte, war das Zittern sofort weg. Herztöne ok ;-) Braver Dobi.

Und für alle die, die sie als Katzenjäger kennen: hier der Beweis, dass zuhause alles anders ist.

 

... Wochenende ...
Samstag, 15. September 2007, 18:09 Uhr
 

Das Wochenende sieht hier ein bisschen anders aus als in München: man muss erst einmal ziemlich weit fahren, um irgendwo abends weggehen zu können, und noch mal deutlich weiter, um nicht nur unter Engländern zu weilen…

Antibes (Juan-les-Pins) ist so ein Zwischending. Zwar viele Engländer, aber auch relativ nah und sehr nett. Das ist eine alte Festungsstadt am Meer, einer der größten Yachthäfen an der Côte nach Monaco, und Trubel das ganze Jahr.

Wenn man an der Mole (was ist eine Mole???) also auf dem Kai entlang schlendert, und sich die ganzen großen und kleinen, weißen und grauen, modernen und älteren, motorbetriebenen und katamaranartigen, schönen und hässlichen, sehr schönen und sehr sehr schönen Yachten anschaut, manchmal mit Menschen drin, die Fernseher schauen, manchmal mit einer Gruppe Menschen drin, die Champagner trinken (immer sind die Schühchen davor auf dem Kai zwischengelagert, weil man solche Bretter nur barfuss betreten darf! Dann gerät man ein bisschen ins schwelgen, wie das wohl sein muss, jederzeit den Anker zu ziehen (Fachsprache lässt wohl zu wünschen übrig) und loszufahren, einfach hinaus aufs Meer…. Oder ob man mal da lang laufen soll, wenn eine reiche Feier auf einem dieser Boote ist, und sich ein paar Schuhe aussucht…

Auf jeden Fall ist es da schön ruhig, Yacht an Yacht an Yacht, im Hintergrund der Sternenhimmel, Meeresgeplätscher, bis man sich dann den Stadtmauern nähert, und der Trubel so richtig losgeht! In der Mauer (die oben regelmäßig mit Kanonen bestückt ist), sie stammt aus der Zeit Ludwigs des XIV, des Sonnenkönigs, sind mehrere bogenförmige Eingänge (die regelmäßig mit Pennern bestückt sind), und sobald man da durch ist, ist alles anders… Hell erleuchtete Altstadt, Pub an Pub, zur Zeit mit lauter Live-Übertragungen der Rugby-WM, die in Frankreich stattfindet, Musik, Straßenverkäufer, etc Und jetzt -. Bitte bringt mich nicht um – hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei… Aber ich verspreche, das hole ich nach. In der Zwischenzeit könnt ihr mal hier blättern: Antibes. Mit dem nächsten Besucher mache ich diese obligatorische Tour, und dann kommt es alles dokumentiert hier hinein. Auf jeden Fall kann man in dem schönen Dörfchen hochmarschieren, und sich oben auf die Wehrmauer setzen, neben Jugendliche – oder nicht mehr ganz so Jugendliche – die ihren Joint rauchen, `n Bierchen trinken und runter auf den Strand, den Hafen oder die vorübergleitenden Kreuzfahrtschiffe blicken.

Ansonsten gibt es hier so viel pittoreskes zu erleben und zu sehen, dass ich jeden Tag aufs Neue begeistert bin: den Wochenmarkt in Valbonne, von dem ich euch nächste Woche berichten werde, die verschiedenen Trödelmärkte, schlendern in den Gässchen der Bergdörfer, wie z.B. Gourdon, eines der schönsten Dörfer Frankreichs!!!
Und immer wieder feststellen, wie entspannt und freundlich die Menschen hier sind.

Ich habe ja lange geglaubt, es sei Einbildung, aber diverse Studien meinerseits haben diese Befürchtung nun widerlegen können:

  • ca. 40% der Menschen, denen man hier begegnet sind Touristen, also Urlauber, also entspannt und glücklich (nicht mit hektische Städtetouristen zu vergleichen). Z.B. die schon erwähnten Engländer oder Deutschen, die hier mittlerweile angesiedelte Freunde besuchen, oder Langzeit-Rentner-Touristen, oder einfach die restlichen Franzosen, die ALLE hier irgendwo ein Ferienhaus haben. All diese Menschen haben Zeit. Und Ruhe. Und fahren auch so ;-). Das färbt ab.
  • Die Sonne macht träge. Es ist jetzt immer noch so heiß um die Mittagszeit, da will man einfach seine Ruhe. Das macht entspannt. Und gibt immer ein gemeinsames Gesprächsthema “mon dieu, seit zwei Monaten kein Regen! Haben sie schon die Zwiebeln gesehen? Kaum Haut, der Winter wird dieses Jahr wohl auch wieder so mild…” Womit wir wieder bei Punkt eins sind: dies sind nicht zu widerlegende Theorien, das heißt, jeder hat Recht, das heißt jeder ist zufrieden.

Zwei Studien sind ja schon mal ein Anfang, auch wenn es wissenschaftlich noch nicht verwendbar ist – gell Micha?

Nun werde ich den morgigen Sonntag mal sportlich verbringen, mal sehen, ob es auch da was zu berichten gibt… Mein Fahrrad kennt die Berge noch nicht sooo…

Und zum Abschluss ein kleines Foto, von meinem Bruder geklaut (…), falls das Ärger gibt, mache ich es auch öffentlich, damit ihr seht, auch die Franzosen können gebührend WMs ausrichten:

... tragischer Zwischenfall ...
Freitag, 14. September 2007, 21:09 Uhr
 

…nachdem hier alles so entspannt vor sich hin plätschert, rechnet man absolut nicht mit Dramatik in irgendeiner Form, vor allem nicht mit derjenigen, die ich gestern miterlebt habe:

Um alles genauer zu erzählen, muss ich erst mal etwas weiter ausholen, damit ihr wisst, wo ich arbeite. Die Praxis, in der wir zu dritt arbeiten, befindet sich an einem Centre Commercial, also eine Art Einkaufsplatz. Da ist ein Supermarkt, zwei Frisöre, ein Metzger, ein Bäcker, eine Wäscherei, ein Souvenirladen, ein seltsamer Klamottenladen, eine Post, ein Fotoshop, ein Biolädchen (!!!) und eine Brasserie mit Café ab 7 und Mittagsmenu. Wir sind mit den Ärzten im ersten Stock über der Post.

Das Ganze ist im provenzalischen Stil gehalten, um einen Platz mit Springbrunnen arrangiert (hört sich jetzt aber ein bisschen schöner an, als es ist…)Da kam ich nun gestern um kurz vor zwei zur Arbeit, war ein Feuerwehrauto vor der Brasserie geparkt, 5 Feuerwehrmänner, ein Notarzt, zwei Krankenschwestern. Und ein Mann lag auf dem Boden, die Arme überkreuzt. Es kam wohl jede Hilfe zu spät. Folgendes hatte sich zugetragen: Der Mann war beim Mittagessen in der Brasserie und verschluckt sich. Muss husten, immer mehr, steht auf, geht an den Baum auf dem Parkplatz um sich beim würgen abzustützen. Rutscht ab, stürzt auf den Kopf. Wiederbelebungsversuche waren zwecklos, der Luftröhrenschnitt dann auch.

Da lag er dann auf dem Parkplatz bis sie ihn auf die Trage gehoben und mitgenommen haben. Ich habe so was noch nie vorher miterlebt. Da wird einem doch erst mal bewusst, wie sehr das Leben an einem seidenen Faden hängen kann. Du versuchst, gesund zu leben, dich gescheit zu ernähren, treibst Sport, fährst vorsichtig, und dann so was. Ist schon ungerecht, und rückt die Ideen zurecht. Und irgendwie traurig, dass fünf Minuten später alles so weiter läuft, als sei nichts gewesen.

Ansonsten nix Neues von der Côte, UND DAS IST AUCH GUT SO!!! Alles läuft bzw. plätschert beruhigend vor sich hin, ich habe sogar schon eine Yoga-Class gefunden, die ich nächste Woche mal testen gehe! Vielleicht bin ich ja tatsächlich auf dem Weg, ein entspannter Mensch zu werden? Man wird sehen…

... Wo immer Du hingehst ...
Montag, 10. September 2007, 12:09 Uhr
 

Ich habe mir dieses Sprichwort schon oft nachdenklich angeschaut. Menschen, die es immer in die Ferne zieht, finden nicht immer, was sie suchen. Die Dinge, vor denen sie fliehen, finden sie überall wieder. Will mir das Sprichwort das sagen? Oder ist es eher beruhigend zu wissen, dass, egal wo du hingehst, deine Wurzeln dieselben bleiben, der Himmel erinnert dich daran? Für mich kommen beide Interpretationen in Frage, ich fühle mich beruhigt zu wissen, dass ich nie weit weg genug sein kann, um den Himmel über mir zu missen…

Aber nichtsdestotrotz ist es falsch, dass der Himmel über all dieselbe Farbe hat ;-)

Der Himmel über Bayern ist schon was Besonderes… Ich gebe es zu.

Der Himmel über Magagnosc ist auch traumhaft.

Deswegen habe ich mich letztens in Norddeutschland so gewundert: ein seltsames Gefühl machte sich in mir breit, undefinierbares Wetter… Es lag am Himmel! Grau in grau, keine Wolken, nur Wolkengemisch, ganz seltsam. Damit kann ich gar nichts anfangen. Ich brauche echte Farben: blau,

ob hell oder dunkel, schwarz, rosa in allen Facetten,

Und Wolken, groß, klein, Cirrus, cumulus oder wie sie alle heißen (ich habe mir ein Meteorologie-Buch gekauft, das werde ich mal studieren…).

(seht ihr, wie das Meer sich spiegelt?)

Oder mal den Mond auch tagsüber sehen…

Und dann natürlich der Nachthimmel. Der ist natürlich am schönsten in der Einöde… tiens, den habe ich in Norddeutschland gar nicht betrachtet… Den kann ich leider nicht fotografieren. Ob es an mir liegt oder am Fotoapparat wird mir immer unergründlich bleiben. So ein Nachthimmel, erhellt von einem Feuerwerk in der Ferne ist auch was Besonderes (davon gebe ich Euch mal ne Kostprobe ;-))

(versteht ihr was ich meine…)

Aber Schluss mit pseudophilosophischen Versuchen. Mir geht es nach wie vor gut, ein bisschen nervös bin ich, die große Reise mit Siggi und Tara steht an… Habe schon alle Etappen ausfindig gemacht, einmal schlafen wir in einem Schloss!!! Und immer die Pferde im selben Haus, toitoitoi…

... Frosch und Bankdirektor ...
Freitag, 07. September 2007, 21:09 Uhr
 

…gleich mal vorweg: die Euphorie hat sich ein bisschen gelegt. Die französischen Behörden haben einen großen Teil dazu beigetragen, und der Visitenkartenhersteller auch, nachdem die bestellten Dinger so schäbig aussehen, wie man sie sich von einem tschechischen Imbissbudenbesitzer vorstellt (ich schicke Eich jetzt mal KEIN Foto)… Was man nicht selber macht…

Aber wie die Überschrift schon sagt, hält mich die Fauna auch auf Trab: hier im Süden gibt es ja allerlei Getier (früher haben wir Skorpione unter den Schränken aufgescheucht– die finden uns (zum Glück) mittlerweile zu laut und haben sich verzogen, wildeste Tausendfüßler , Geckos jeder Art, Farbe und Form, Nachbars doofe rote Katze und…. Frösche. Oder sollte ich besser sagen: Kröten. Im Spätfrühling singen die Frösche zu hunderten am Teich– ich persönlich finde es ganz angenehm – sobald die Sonne unterzugehen beginnt quaken sie um ihr Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, geht es doch um die Reproduktion. Bei diesem tiefen Gequake stellt man sich einen Riesenfrosch vor, der mit dicken Backen vor sich hin blökt – wie groß ist dann doch das Erstaunen, wenn man sich vor einem süßen, kleinen, quitschgrünen Fröschlein findet, der uns verängstigt anschaut… und dann sein Maul aufreißt und uns in tiefstem krötenrülpstonartigem Geschrei eines besseren belehrt… Aber zurück zum Thema: gestern. Wir sitzen gemütlich beim Abendessen, steht der Hund auf, läuft in den Flur (macht sie nie). Knurrt ein bisschen rum, bellt einmal, kommt zurück, schaut durch die Küchentür zu uns herüber, aber bewegt sich keinen Millimeter. Mama und ich wussten sofort, was Sache ist: ein Frosch! Leider in diesem Fall:

Nix süßes kleines, sondern dieses hässliche Geschöpf. Lustigerweise, je mehr wir ihn hinausgescheucht haben, desto dicker wurde er. Ganz ehrlich. Der hat sich aufgebläht, und war kugelrund. Ist das normal??? Auf jeden Fall sage ich da nur "brave Jemma …" Mama schimpft zwar den ganzen Tag auf denbellenden Hund, aber in diesem Falle hat sie vielleicht die Katze vor einem unerbittlichem, nächtlichem Kampf mit dem Monster (er war echt groß) gerettet! “Brave Jemma”.

... Kontoeröffnung ...
Freitag, 07. September 2007, 21:09 Uhr
 

Heute war ich im Crédit Agricole, um Konten zu eröffnen; lief alles reibungslos, bis der Mitarbeiter aufstand und sagte: „ einen Moment bitte, ich möchte Ihnen den Bankdirektor vorstellen“. Ich schaue meinen Papa an: ???. „Das ist Frankreich“ sagt er. Ich hätte mich fast halb totgelacht, das konnte der Direktor gar nicht verstehen, aber find ich gut. Jeder Kunde ist ein wichtiger Kunde, oder? Und König sowieso, womit wir wieder beim Frosch wären…

... und weiter gehts ...
Donnerstag, 06. September 2007, 19:09 Uhr
 

…Erster Arbeitstag… Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie das ist, nach einem harten (war er definitiv nicht) Arbeitstag heimzukommen, kurz ins Schwimmbad zu hüpfen, einen Aperitif mit Blick auf die Pastell-Landschaft mit Hintergrund Meer…

Das hört sich jetzt sehr gemein an, und Ihr wünscht mir bestimmt alle Pest und Cholera, aber aus diesen Gründen (unter anderem) bin ich ja gegangen…Natürlich holt mich bestimmt bald der Alltag ein, ich werde die Patienten, die über die Hitze klagen nicht mehr ertragen, werde Sehnsucht bekommen, nach Deutschland, nach München, nach Euch!!! Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn ich meine Sachen wieder packe ;-) und zurück über die Alpen komme…

... Endlich Da ...
Mittwoch, 05. September 2007, 10:09 Uhr
 

…sooo, jetzt sind es schon 5 Tage, dass ich ausgewandert bin – kann ich das so nennen? Kehre ich doch irgendwo zu den Wurzeln zurück… (Mechthild sagte ja, für sie sei ich mehr Französin als Deutsche. Mal sehen, ob das die Leute hier auch so sehen ;-)). Ich stand heut am Zeitungskiosk mit meiner Mama und habe auf deutsch geschimpft (in der Hinsicht hat sich noch nichts geändert), fragt mich doch glatt die Frau, welche Sprache wir da sprechen (und die sind Deutsche gewohnt). Als ich ihr sagte, es sei deutsch, “huch, echt, vraiment, ca alors” hätte sie nie gedacht, es hörte sich so melodisch an! Vielleicht hat Mechthild mich deshalb in eine andere Kategorie eingeordnet.

Auf jeden Fall ist diesen fünf Tagen einiges passiert:

  • Erstens: ich habe einen Stall für Siggi und Tara gefunden, wie ich ihn mir nicht hätte träumen lassen! Keine 15min von zuhause weg, am Hang, Paddocks, Spezialfütterung, und der Hammer: die beiden haben Blick aufs Meer… (wenn man schon an der Côte d’Azur ist)
  • Zweitens: mit der Arbeit läuft es gut an: ich muss noch kaum was tun… aber Nachfrage ist schon da, morgen habe ich einige Patienten und Freitag auch
  • Drittens: bei der Anmeldung am Rathaus war ich von den Behörden begeistert! Alles ging ratzfatz, sofreundlich, und in ein paar Tagen habe ich schon meinen neuen, französischen Ausweis! (Wusstet ihr, dass man auf den Passfotos für Pass und Ausweis NICHT lächeln darf?) Dementsprechend sieht dann auch mein Foto aus. Wie ne Gangsterbraut – kein Wunder, dass die da auch gleich noch den Fingerabdruck wollen!
  • Viertens: heute habe ich mich dann leider doch mit Behörden rumschlagen müssen (kann ja nicht alles nur gut gehen), und das läuft auch noch… zum anmelden brauche ich so eine Art Steuernummer, und dafür müsste ich mich hier krankenversichern. Will ich aber nicht. Das kann die Behörde natürlich nicht verstehen, warum ich lieber Deutschland Geld gebe als Frankreich. Mal sehen, wie ich das durchkriege (und ob überhaupt)
  • Fünftens: nach viel schwitzen und schimpfen und verletzten ist meine kleine Wohnung jetzt schon durchaus auch Wohnung zu nennen, Fotos folgen bald. Und leider muß ich immer wieder mit Entsetzen neu feststellen, dass ich viel chaotischer bin, als ich es mir eingestehen möchte. Wichtige Papiere, die mich in Frankreich als Physio akkreditieren, waren doch tatsächlich in dem Karton ganz unten (aber wirklich so was von ganz unten) gelandet, auf dem stand: im Keller lagern, altes Papier… Aber die Verzweiflung hat sie ans Licht getrieben.

Sooo, aber auch diese Momente sind so schnell vergessen, wenn ich mich umdrehe, aufs Meer schaue, kurz mal in die Sonne liegen kann (es ist noch soooo warm hier) – es dem Hund so gut geht, die Süße ist so was von entspannt hier, will nur spielen, bellt ein bisschen rum und knutscht die Katz (echt!).

Ich bin nach wie vor (wie jedes Mal) begeistert vom französischen Savoir-vivre.. mal sehen, was ich Euch in den nächsten Tagen berichten kann, wie es hier voran geht, was sich Neues ergibt, und vor allem meine Daten, wann ich zu Euch komme…